Nonnberger Gründungen 2018-04-26T09:21:22+00:00

Nonnberger Gründungen

Vom 11. Jahrhundert an konnten von Nonnberg aus mehrere Klostergründungen vorgenommen werden:

Göß (1010-1782), St. Georgen am Längsee (1023-1782), Traunkirchen (1020-1583), Sonnenburg im Pustertal (1029-1735), Eichstätt (1035), Gurk (1140-1170; 1890-1924), Erla (1130-1583), Säben (1686).

Zu diesen direkten Gründungen gesellen sich noch jene Klöster, die nicht aktiv von Stift Nonnberg aus gegründet wurden, zu deren Gründungsschwestern jedoch auch Nonnbergerinnen gehörten:

St. Gabriel/Prag (1889), St. Hildegard/Eibingen (1904), St. Erentraud/Kellenried (1924).

Göß

Als erstes steirisches Stift und einzige Reichsabtei des späteren Habsburgerreiches wurde das Kloster Göß bei Leoben/Steiermark Anfang des 11. Jahrhunderts gegründet und von Nonnberg aus besiedelt. Über Jahrhunderte war das Kloster ein Zentrum für die Erziehung der Töchter des steirischen Adels. 1782 fiel Stift Göß den josefinischen Klosteraufhebungen zum Opfer, da Kaiser Josef II. einen Bischofssitz für das von ihm neu gegründete Bistum Leoben und seinen (letztlich einzigen!) Bischof benötige. Mitte des 19. Jh. kaufte ein Grazer Bierbrauer die Gebäude und errichtete darin die heute noch bestehende Brauerei Göß.

Eichstätt

1035 errichtete der Eichstätter Bischof Heribert ein Benediktinerinnenkloster an der Grabstätte der hl. Walburga und setzte eine Nonnbergerin als erste Äbtissin ein. Wie viele Schwestern mit ihr nach Eichstätt gingen, ist allerdings nicht bekannt. Nach der Säkularisation des Fürstbistums Eichstätt hob die Bayerische Regierung 1806 die Abtei auf, wobei die Nonnen im Kloster bleiben durften. 1835 wurde es als Priorat wiedererrichtet und 1914 wieder zur Abtei erhoben. Anfang der 1930-er Jahre gründete die Abtei Eichstätt in den USA die Klöster St. Emma/Greensburg (1931) und St. Walburga/Boulder-Virginia Dale (1935) und besiedelte 1937 das Kloster St. Mildred in Minster (England) wieder.

Die Abtei Eichstätt und ihre amerikanischen Tochterklöster sind Teil der Föderation der Bayerischen Benediktinerinnenabteien.

Säben

Auf die Bitte des Klausener Stadtpfarrers, Kanonikus Dr. Matthias Jenner wurden 1685 fünf Nonnberger Schwestern nach Säben gesandt, um das Kloster auf dem hoch über dem Eisack aufragenden Bergkegel zu besiedeln. Bereits 1699 wurde das „Kloster zum Heiligen Kreuz von Säben“ zur Abtei erhoben. Von Beginn an hatten die Schwestern mit wirtschaftlicher Not zu kämpfen und sahen sich auch vielfältigen Prüfungen (Plünderungen, Besetzung, Aufhebung) vor allem im Zuge der napoleonischen Kriege ausgesetzt. Seit dem Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten sich intensivere Kontakte zu den Klöstern der Beuroner Kongregation, der 1974 im offiziellen Anschluß des Säbener Klosters an die Beuroner Kongregation mündete.

St. Gabriel

Die von den aus der bayrischen Erzabtei Beuron stammenden Mönchen Maurus und Placidus Wolter propagierte Form eines sehr verinnerlichten benediktinischen Lebens zog Ende des 19. Jahrhunderts auch einige Nonnbergerinnen in den Bann. Eine kleine Gruppe von Schwestern verließ daraufhin 1889 den Nonnberg, um in Prag-Smichow das erste Frauen Kloster der Beuroner Benediktinerkongregation zu gründen. Bereits 1893 wurde das Kloster St. Gabriel zur Abtei erhoben und Sr. Adelgundis Berlinghoff zur ersten Äbtissin gewählt. Die politischen Wirren nach dem 1. Weltkrieg machten 1920 eine Übersiedlung der Abtei auf die Burg Bertholdstein in der Oststeiermark nötig. Im Jahr 2007 entschied sich die Gemeinschaft zum Übertritt zur Föderation der „Benediktinerinnen der Hl. Lioba“, worauf das Kloster als ein selbständiges Priorat bischöflichen Rechtes neu errichtet wurde. 2011 übersiedelten die Schwestern in das neugebaute Kloster bei St. Johann ob Herberstein.
Von St. Gabriel/Prag aus wurde 1904 die neuerrichtete Abtei St. Hildegard zu Eibingen besiedelt, zu deren ersten Äbtissin 1908 Regintrudis Sauter (eine vormalige Nonnbergerin) gewählt wurde.

Gurk – St. Erentraud/Kellenried

1890 unternahm Stift Nonnberg eine Neubesiedelung des bereits im 11. Jahrhundert gegründeten doch nur für kurze Zeit bestehenden Klosters in Gurk (Kärnten). Als ungünstige Verhältnisse nach dem 1. Weltkrieg der ohnehin durch viele Rückschläge erschütterten Gründung St. Hemma in Gurk weiter zusetzen und eine Verlegung des Klosters nötig machten, wurde durch Vermittlung des Seckauer Abtes Laurentius Zeller die Gemeinschaft der Beuroner Kongregation angeschlossen. Zusammen mit 6 Schwestern aus der Abtei St. Gabriel/Prag (welche die Gründung des neuen Klosters übernahm) übersiedelten die 21 Nonnbergerinnen 1924 nach Kellenried bei Ravensburg.